Nothilfe für Nord- und Ostsyrien – Die Angriffe in Aleppo sind ein direkter Angriff auf die Frauenrevolution
Ab dem 4. Januar 2026 griffen bewaffnete Milizen der syrischen „Übergangsregierung“ unter Ahmed al-Scharaa und
islamistische Verbündete die beiden kurdisch dominierten Viertel Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo an. Dabei
nahmen sie auch Zivilist*innen und zivile Infrastruktur ins Visier, wie z.B. gezielte Angriffe auf das Xalid-Fecir-Krankenhaus.
Eine humanitäre Katastrophe findet statt. Es gibt über 100.000 Vertriebene, zudem werden Männer
und Frauen verschleppt. Es gibt Augenzeugenberichte über Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen. Hier
zeigt sich die Ideologie der „Übergangsregierung“: Sie ist islamistisch und frauenfeindlich. Damit steht sie im
Widerspruch zu den Werten der Selbstverwaltung: Basisdemokratie und Frauenbefreiung.
Die Stiftung der freien Frau in Syrien (WJAS) musste ihre Arbeit in Aleppo aufgrund der Angriffe einstellen. Das Büro
in Şêxmeqsûd ist derzeit geschlossen, die Bildungs- und Gesundheitsangebote ruhen.
Auch wenn inzwischen eine Waffenruhe herrscht: Wieder wurden Menschen gezwungen, zu fliehen. Viele von ihnen
wurden bereits (mehrfach) vertrieben. Denn in den Stadtteilen leben viele Menschen, die 2018 aus Afrîn und 2024
aus der Sheba-Region nach Aleppo geflohen waren.
Aus diesem Grund nimmt WJAS ihre Nothilfe-Kampagne wieder auf! Sowohl in Aleppo als auch in den anderen
Gebieten der Selbstverwaltung ist aufgrund der Angriffe mit einem erhöhten Aufkommen von Geflüchteten bzw.
Hilfsbedürftigen zu rechnen. Und das im Winter, wo auch in Nordsyrien die Temperaturen 10°C nicht überschreiten.
Sofortige Hilfe ist notwendig, um die katastrophalen Folgen abzumildern. Dabei wird alles benötigt: Lebensmitteln,
Zelte, Decken und medizinische Versorgung.

20.01.2026
Seit bewaffnete Gruppen der syrischen Übergangsregierung und verbündete Milizen in Gebiete der Demokratischen Selbstverwaltung von
Nord- und Ostsyrien (DAANES) eingedrungen sind, hat sich die humanitäre Lage in der Region extrem verschärft . Vor allem Kurd*innen
und diejenigen, die nicht mit den Dschihadisten kooperieren, werden ins Visier genommen. Insbesondere Frauen, die in zivilen Institutionen
und Frauenorganisationen arbeiten, aber auch Männer, die z.B. mit der Selbstverwaltung zusammengearbeitet haben. Es kommt bereits zu
gezielten Ermordungen und Folter. Videoaufnahmen, die schwere Verstöße gegen das humanitäreVölkerrecht dokumentieren, liegen bereits vor.
Zudem werden die Büros von zivilen Institutionen und Infrastruktur geplündert und zerstört, wie bspw. eine Gesundheitsstation des Kurdischen
Roten Halbmonds nördlich von Şedadê. Auch die Büros der Stiftungung der freien Frau in Syrien (WJAS) in Aleppo, Tabqa und Raqqa
wurden geplündert. Die Arbeit wurde eingestellt, viele Mitarbeiterinnen mussten fliehen. Die genaue Zahl der Geflüchteten ist unklar, doch
es werden noch viele hinzukommen. Viele Familien wurden bei der Flucht auseinandergerissen, und es gibt kaum Informationen über das Wohl
zurückgebliebener Angehöriger und Freunde – eine schmerzhafte und schwierige Situation. Viele Menschen werden weiterhin vermisst.
Die Flüchtlinge, die meist in Kobanê, Dêrik und Qamişlo ankommen, werden derzeit in Schulen und leerstehenden Gebäuden untergebracht.
Bereits jetzt sind deren Kapazitäten fast erschöpft und das, obwohl noch mit der Ankunft vieler weiterer Geflüchteter gerechnet wird.
Es mangelt an allen grundlegenden Versorgungsgütern, die Kälte macht die Lage dabei noch schwieriger. Besonders dringend benötigt werden
Lebensmittel, Heizmittel, Kleidung, Decken, Milch und Windeln. Trotz ihrer eigenen schwierigen Lage ist WJAS hier weiter aktiv und organisiert Nothilfe für die geflüchteten Menschen. So sammeln sie Güter, sortieeren und verteilen diese an die Menschen und bieten psychologische Unterstützung, indem sie ein offenes Ohr haben und durch einfühlsame Gespräche helfen.

Unterstützen Sie die Arbeiten der Stiftung der freien Frau in Syrien (WJAS)!
» Aktuelle Lage Nord- und Ostsyrien Flyer
» Nothilfe für Nord- und Ostsyrien Flyer
Stichwort: „NOTHILFE“
Hamburger Sparkasse
DE40 2005 0550 1049 2227 04
BIC (SWIFT) HASPDEHHXXX
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Stichwort: „Jinwar Traktor“
Seit 2018 leben in Nord-Ost-Syrien Frauen unterschiedlicher Herkunft und Religionen gemeinsam in einem autark geführten Frauendorf: Jinwar (Jin: Frau. war: Ort). Jinwar ist ihre Antwort auf Krieg und Flucht.
Ein Traktor für eine solidarische Zukunft in Nord-Ost-Syrien!
Di
e Häuser haben sie selbst gebaut – aus Lehm, in traditioneller Bauweise, ökologisch nachhaltig. Die Frauen haben in Jinwar eine Schule für Kinder mit Sport- und Selbstverteidigungskursen aufgebaut. Es gibt Bildungsangebote, eine Bäckerei, eine Schneiderei, einen Heilkräutergarten und ein Gesundheitszentrum. Immer mehr Frauen kommen seither gemeinsam mit ihren Kindern nach Jinwar. Denn in der Region herrscht weiterhin kein Frieden.
Seit 7 Jahren versorgen sich die Frauen in Jinwar selber – das Land ist grün und landwirtschaftliche Arbeit allen vertraut. Ein Traktor würde die körperlich harte Arbeit erleichtern, die sie bisher überwiegend mit ihren eigenen Händen machen.
Ein Traktor für die Landwirtschaft – um diesen von Frauen gestalteten Ort der Gemeinschaft, der für den Glauben an eine solidarische, friedliche Zukunft steht, zu unterstützen und ihre Stärke sichtbar zu machen.
Für den Kauf des Traktors werden ca. 10.000 Euro benötigt.
Wir bedanken uns für die Unterstützung.
Stichwort: „Jinwar Traktor“
Hamburger Sparkasse
DE40 2005 0550 1049 2227 04
BIC (SWIFT) HASPDEHHXXX
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A tractor for a future of solidarity in northeast Syria!
Since 2018, women of different origins and religions have been living together in a self-sufficient womens’ village in northeast Syria: Jinwar (Jin: woman; war: place). Jinwar is their response to war and displacement. They built the houses themselves—out of clay, using
traditional methods, and in an ecologically sustainable way. The women have set up a school for children in Jinwar with sports and self-defense courses. There are educational opportunities, a bakery, a tailor’s shop, a medicinal herb garden, and a health center. Since then, more and more women have been coming to Jinwar with their children. This is because there is still no peace in the region.
For seven years, the women in Jinwar have been providing for themselves – the land is green and everyone is familiar with agricultural work. A tractor would make the physically demanding work, which they have mostly been doing with their own hands, easier. They need a tractor.
A tractor for agriculture—to support this community created by women, which stands for the belief in a peaceful future based on solidarity, and to make their strength visible.
For the acquisition of the tractor Jinwar needs 10.000 Euro.
We thank for your support.
Keyword: „Jinwar Traktor“
Hamburger Sparkasse
DE40 2005 0550 1049 2227 04
BIC (SWIFT) HASPDEHHXXX
If you need a donation receipt please report your address in the bank transfer.
Stichwort: „Kino Amude“
Das Projekt „Neues Kino Amûde“ zielt auf den Wiederaufbau eines Kinos in der Stadt Amûde in Rojava (Nordostsyrien), das 1960 bei einem tragischen Brand zerstört wurde. Das Projekt wird von der Filmkommune von Rojava (Komîna Fîlm a Rojava) gefördert.
Das neue Kino Amûde

Das neue Kino wird als ein sicherer, einladender und multifunktionaler Ort für Kunst, Kultur und Gemeinschaft entworfen. Amûde hat etwas mehr als 56.000 Einwohner, die überwiegend kurdisch sind, mit einer großen arabischen Minderheit und einer bedeutenden assyrischen Präsenz.
Der Wiederaufbau des Kinos von Amûde bedeutet, die Erinnerung an die vielen Kinder, deren Leben am 13. November 1960 tragisch endete, lebendig zu halten. Gleichzeitig trägt er dazu bei, ein kollektives Gedächtnis der Völker und Kulturen zu schaffen, die in der Stadt und im Nordosten Syriens leben.
Das neue Kino soll nicht nur die Erinnerung an die Opfer wachhalten, sondern auch ein sicherer, multifunktionaler Ort für Kunst, Kultur und Gemeinschaft werden. Geplant sind Filmvorführungen, Workshops, Theateraktivitäten und eine barrierefreie Infrastruktur.

Geführt von den Prinzipien der ökologischen Nachhaltigkeit werden freiwillige Architekten das Konzept entwickeln und den Bau der Struktur überwachen, wobei sie Sicherheit, Komfort und volle Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen gewährleisten. Kapazität, Bodenbeläge, energieeffiziente Beleuchtung und eine multifunktionale Bühne werden sorgfältig geplant, um einen Raum zu schaffen, der für Vorführungen, Konferenzen und Theateraktivitäten geeignet ist.
Die tragische Geschichte des alten Kinos in Amûde
Der Brand des Kinos in Amûde ist eine tief verwurzelte Tragödie in der kollektiven Erinnerung der kurdischen Gesellschaft. Am 13. November 1960 wurden Hunderte von Schülern in das einzige Kino der Stadt, das Şehrazad, geführt, um den ägyptischen Film „Der Geist um Mitternacht“ zu sehen. Das baathistische Regime hatte eine „Solidaritätswoche“ zur Unterstützung des Unabhängigkeitskampfes Algeriens gegen Frankreich ausgerufen und sammelte Spenden für die „algerischen Brüder“. In Amûde mussten daher alle Schüler an der Filmvorführung teilnehmen und ein Eintrittsgeld zahlen. Der Film war bereits mehrmals gezeigt worden, ohne dass man sich um Überfüllung sorgte. Das Kino hatte eine maximale Kapazität von 200 Plätzen, aber an diesem Tag saßen über 400 Kinder im Saal. Damals kamen 282 Kinder ums Leben.

Die Filmkommune und das Projekt
Das Projekt wird von der Filmkommune von Rojava (Komîna Fîlm a Rojava) gefördert, einem Kollektiv von Filmemachern, das seit 2015 daran arbeitet, die visuellen Künste in der autonomen Region Rojava im Nordosten Syriens zu fördern. Die Kommune engagiert sich aktiv für den Wiederaufbau und die Organisation der Film- und Filmbildungsinfrastruktur in der Region. Ziel ist es, die lokale Filmkultur zu fördern, indem Filmvorführungen organisiert, Reflexionen über die Rolle des Kinos in der Gesellschaft angeregt, neue Filme produziert und eine Filmakademie eingerichtet werden. Die Kommune hat eine neue Generation von Filmemachern aus Rojava ausgebildet, Filmvorführungen in Städten und Dörfern organisiert und eigene Filme produziert. Ihre Mission besteht darin, die Werte und Ideale der Revolution in Rojava zu repräsentieren, den täglichen Kampf während des syrischen Bürgerkriegs zu erzählen und die kollektiven Herausforderungen des Aufbaus einer neuen Gesellschaft in Rojava sichtbar zu machen.
» über das Projekt und die Filmkommune (PDF)
Für den Aufbau des Kinos Amûde werden ca. 140.000 Euro benötigt.
Wir bedanken uns für die Unterstützung.
Stichwort: „Kino Amude“
Hamburger Sparkasse
DE40 2005 0550 1049 2227 04
BIC (SWIFT) HASPDEHHXXX
Zur Ausstellung einer Spendenbescheinigung bitte die Adresse auf der Überweisung angeben.
Stichwort: „Bildungsarbeit“
Aktuell leben im Camp Al Hol über 50.000 Menschen, davon 90% Frauen und Kinder. Das Camp ist eine riesige Zeltstadt und in 7 Bezirke unterteilt. Ein Teil der Bewohner:innen sind 2014-16 vor den Truppen des Islamischen Staates (IS) geflüchtet. Sie müssen nun an demselben Ort leben wie die Familienangehörigen inhaftierter IS-Mitglieder, die z.T. fanatisch die IS-Ideologie vertreten und ihre Kinder entsprechend erziehen.
Es gibt einen Bezirk in dem Camp, in dem sich ca. 7.500 IS-Angehörige aus anderen Staaten (50-60 Nationen) befinden. Auf Grund der fehlenden internationalen Unterstützung ist die Selbstverwaltung nicht in der Lage, das Camp umfassend zu kontrollieren. In einigen Bereichen haben sich neue IS-Zellen gebildet. Mord, Entführung und Erpressung sind dort an der Tagesordnung. Die Kinder, die z.T. mittlerweile zu jungen Männern herangewachsen sind, kennen nichts anderes als die IS-Weltsicht.
Die Arbeit der Frauenstiftung
Die Stiftung der freien Frau in Syrien (» WJAS) arbeitet im Camp Al Hol bisher in den Bezirken 1-4. Die anderen Bezirke sind zu gefährlich. Es gibt Kurse im Gesundheitsbereich, Näh-, Sprach- und Handarbeitskurse sowie Bildungs- und psychologische Angebote. Ein starker Fokus liegt auf der Unterstützung von traumatisierten Frauen und Kindern. Alle Angebote finden aus Sicherheitsgründen nur in den Bezirken 1-4 statt, aber es kommen aus fast allen Bezirken Frauen, um von den handwerklichen Ausbildungsangeboten zu profitieren.
Spendenprojekt 2023: ein größeres Haus für das Frauenzentrum in Al Hol
Nachdem die Stiftung der freien Frau als Zivilorganisation von vielen Frauen im Camp Al Hol akzeptiert wurde, war das Stiftungsgebäude mit zwei kleinen Räumen nicht mehr groß genug. Mit Hilfe von Spenden – u.a. der Kurdistanhilfe – wurde ein größeres Gebäude gebaut, das den Frauen auch mehr Schutz bieten kann.
» über den Ausbau der Arbeit der Frauenstiftung in Al Hol (PDF)
» Bericht einer Frauendelegation im Camp Al Hol (PDF)
Für das Projekt ‚Bildungsarbeit in Al Hol‘ sind im Jahr 2023 10.000 €,
an Spendenbeträgen gesammelt und übergeben worden.
Wir bedanken uns für die Unterstützung.